Sathya Sai Baba über das Einssein: ein Strom in allen Wesen

Wenn du Yoga übst, bist du sehr wahrscheinlich auf einem spirituellen Weg, ob dir das bewusst ist oder nicht. Yoga bedeutet „Einheit“, und die eigentliche Idee des Yoga ist die Vereinigung mit deinem Höheren Selbst, mit dem Göttlichen. Selbst wenn du Yoga „nur” ein paar Mal pro Woche als Körperübung und zur Entspannung machst, bringt es dich in einen Raum, in dem du dich aus dir selbst heraus erfüllt und freudig fühlst. Das ist der erste Schritt zu innerer Meisterschaft und zu einem Wissen, das tiefer reicht als jeder Gedanke: dem Wissen um das Einssein.

Ein Strom in allen Wesen

Mein spiritueller Lehrer Sathya Sai Baba sagt, es sei derselbe Strom, der durch alle Wesen fließt: Lebensenergie und Liebe. Er ist in jedem Menschen gegenwärtig, so wie derselbe elektrische Strom verschiedene Glühbirnen zum Leuchten bringt. Der einzige Unterschied ist die Stärke, die Wattzahl sozusagen, mit der er in jeder Birne leuchtet.

Ich liebe dieses Bild, weil es so viel auf einmal erklärt. Es sagt: Der Unterschied zwischen den Menschen liegt nicht in ihrem Wesenskern, sondern nur darin, wie frei dieser Kern fließen kann. Und es sagt auch: Spirituelle Wege wie Yoga, Meditation oder Gebet erfinden nichts Neues in dir. Sie räumen die Hindernisse beiseite, damit der Strom, der ohnehin da ist, stärker fließen kann. Jeder spirituelle Weg benutzt dafür nur eine andere Sprache.

Ein Ozean, viele Wellen

In einer Ansprache, die ich sehr liebe, beschreibt Sai Baba das Einssein mit einem weiteren Bild: Aus dem weiten Ozean erheben sich unzählige Wellen. Sie scheinen sich in ihrer Form voneinander zu unterscheiden, und doch sind sie nichts anderes als der Ozean selbst. In jeder Welle sind die Natur und die Qualitäten des Ozeans vollständig enthalten.

Genauso versteht er die Religionen und spirituellen Traditionen. Wenn Regen vom Himmel fällt, ist es überall dasselbe reine Wasser, und doch nimmt es Farbe und Geschmack des Ortes an, an dem es auftrifft. So haben Propheten und Lehrer zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten dieselbe Botschaft in der Sprache ihrer Zeit und ihrer Menschen weitergegeben. Die Wege unterscheiden sich, das Ziel ist eins. Liebe, Mitgefühl, Wahrhaftigkeit, Opferbereitschaft und Integrität sind die gemeinsamen Werte aller großen Traditionen.

Ein Detail aus dieser Ansprache berührt mich besonders: Selbst im indischen Gruß Namaskar, bei dem die Handflächen aneinandergelegt werden, steckt diese Botschaft. Die vielen Finger vereinen sich zu einer Geste, die Vielheit verneigt sich vor dem Einen im Gegenüber.

Frieden findest du nicht im Außen

Aus dieser Sicht folgt etwas sehr Praktisches. Wenn derselbe Strom in allen fließt, dann ist auch der Frieden, den wir alle suchen, nicht irgendwo da draußen zu finden, nicht in Umständen, Besitz oder der Anerkennung anderer. Sai Baba drückt es so aus:

„Wo Liebe ist, ist Frieden. Wo Frieden ist, ist Wahrheit. Wo Wahrheit ist, ist Glückseligkeit. Wo Glückseligkeit ist, ist Gott.“ (Sathya Sai Baba, Sathya Sai Speaks, Band 24, Kapitel 29)

Die Kette beginnt bei der Liebe. Deshalb ist die einfachste spirituelle Praxis zugleich die tiefste: Liebe kultivieren, im Denken, im Sprechen und im Handeln, und den Hass gehen lassen. „Love is God, God is Love“, Liebe ist Gott und Gott ist Liebe, ist vielleicht der bekannteste Satz meines Lehrers, und er ist keine Theorie, sondern eine Übung für jeden einzelnen Tag.

Einssein im Alltag leben

Was verändert sich, wenn du mit diesem Blick durch den Tag gehst? Du begegnest einem schwierigen Menschen und erinnerst dich: In ihm fließt derselbe Strom wie in mir, nur vielleicht gerade verdeckt. Du musst sein Verhalten nicht gutheißen, und trotzdem verändert sich etwas in deiner Begegnung, denn du sprichst innerlich nicht mehr mit einem Fremden.

Und in dir selbst gilt dasselbe. Die Momente, in denen du dich klein, getrennt oder nicht genug fühlst, sind aus dieser Sicht keine Wahrheit über dein Wesen, sondern Hindernisse im Fluss, und Hindernisse lassen sich lösen. Wie du die Verbindung zu dieser tieferen Ebene in dir stärkst, beschreibe ich auch in meinem Artikel über die Bildung zum Höheren Selbst.

Wenn du die vollständige Ansprache lesen möchtest: Sie stammt vom 25. Dezember 1991 und ist in „Sathya Sai Speaks“, Band 24, Kapitel 29 veröffentlicht.

Wenn dich diese Sicht berührt

Vielleicht spürst du beim Lesen eine Sehnsucht nach dieser Verbundenheit, und zugleich stehen dir innere Hindernisse im Weg, alte Muster, Gedanken oder Gefühle, die den Fluss verdecken. Genau daran arbeite ich in meinen Sitzungen. Wenn du magst, lass uns kennenlernen.

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Über Sandra Gross

Dr. Sandra Veronika Gross ist Healing Practitioner für physische, emotionale und spirituelle Heilung, Resonance Repatterning Practitioner und Expertin für ganzheitliche Heilmethoden seit 2007. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre innere Stärke zu entfalten, emotionalen Frieden zu erlangen und eine tiefgreifende Transformation zu erleben.

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