Die Schwarz-Weiß-Vögel-Meditation: innere Balance durch Annehmen der Gegensätze

Vielleicht fühlst du dich gerade aus dem Gleichgewicht, hin- und hergerissen oder innerlich unruhig. Bevor du versuchst, das schnell zu „reparieren“, lohnt sich ein sanfter Blick auf die Ursache: Bist du zwischen zwei Gegensätzen hin- und hergerissen? Wehrst du dich gegen etwas im Außen oder gegen eines deiner Gefühle? Sind dein Tun und dein Innehalten im Gleichgewicht, deine Yin- und Yang-Energien? Oder ist es etwas ganz anderes?

Für genau diese Momente möchte ich dir die dritte meiner liebsten Meditationen von Phyllis Krystal vorstellen: die Übung mit den schwarzen und weißen Vögeln, die sie in ihrem Buch „Cutting the Ties that Bind“ beschreibt. Zu ihren Büchern gibt es auch ein Arbeitsbuch und ein wunderbares Kartenset, denn Bilder sprechen direkt mit dem Unterbewusstsein: Anfangs gehst du die Übung wie eine geführte Meditation durch, später genügt ein Blick auf das Bild.

Die Übung mit den schwarzen und weißen Vögeln

In eigenen Worten zusammengefasst geht sie so: Stell dir vor, du gehst über ein Hochseil, setzt achtsam einen Fuß vor den anderen und schaust geradeaus. Deine Arme hältst du seitlich ausgestreckt, die Handflächen nach oben geöffnet.

Links von dir taucht ein schwarzer Vogel auf, von dem du fürchtest, er könnte dich angreifen. Widerstehe dem Impuls, ihn wegzustoßen, denn genau das würde dich vom Seil stürzen lassen. Geh einfach weiter. Rechts von dir erscheint ein wunderschöner, glänzend weißer Vogel. Widerstehe auch hier dem Wunsch, nach ihm zu greifen und ihn festzuhalten, denn auch das würde dich aus dem Gleichgewicht bringen. Geh weiter deinen Weg über das Seil, und erlaube beiden Vögeln, sich auf deine geöffneten Handflächen zu setzen, wann immer sie es möchten.

Die Übung schult eine Haltung des Annehmens gegenüber allen Gegensatzpaaren des Lebens: gut und schlecht, glücklich und unglücklich, Schmerz und Freude, Lob und Tadel. Wer annimmt, was das Leben auf den Weg bringt, findet Frieden. Am besten übst du sie einmal täglich.

Dahinter liegt ein tiefer Gedanke: Die Gegensätze sind die zwei Enden derselben Energie, und jede Seite trägt einen Wert. Traurigkeit zu verleugnen hieße, Mitgefühl zu verleugnen, denn die Traurigkeit gräbt die Mulden in der Seele, die uns tieferes Mitfühlen ermöglichen, und sie gibt den Anstoß zur Veränderung. Die Freude folgt ihr als stabilisierende Kraft. Statt eine Seite festzuhalten und die andere wegzustoßen, kannst du also fragen: Welchen Wert bringt mir die Qualität, die sich gerade zeigt?

Was der Beobachter damit zu tun hat

Diese Übung trainiert deinen inneren Beobachter, der dein Ungleichgewicht wahrnimmt und annimmt, ohne zu urteilen, ohne Vorlieben und ohne sofort in die Korrektur zu springen. Du erkennst, dass dein Beobachter aktiv ist, wenn du sagst: „Ich bemerke, dass ich gerade richtig aufgebracht bin“, statt: „Ich bin so aufgebracht!”

Beim Beobachter zu sein bringt dich meist schon zurück in einen ruhigen Raum. Von dort kannst du die passende Handlung wählen, um wieder in die Balance zu kommen, und diese Korrektur kommt dann aus deinem inneren Wissen statt aus einem hastigen Reparatur-Reflex. Im Yoga kannst du diese Qualität in jeder Praxis üben, ob du dich bei den Körperübungen beobachtest, beim Atmen oder in der Meditation, und mit der Zeit auch mitten im Alltag, in Situationen und Gesprächen.

Wenn der Beobachter an seinem Platz ist, geschehen drei Dinge: Dein Verstand beeindruckt dich nicht mehr, denn es ist seine Aufgabe zu denken. Du führst deinen Verstand, sodass er dein Diener ist und nicht dein Meister. Und du übergibst ihn bereitwillig deinem Höheren Selbst, sodass du aus deiner inneren Weisheit handelst statt aus der Persönlichkeit. Mehr dazu liest du in meinem Artikel über die Verbindung mit deinem Höheren Selbst.

Die drei Meditationen von Phyllis Krystal

Diese Übung ist Teil eines kleinen Trios auf meinem Blog: Bei Angst hilft dir die Sternmeditation, die du als Audio anhören kannst. Bei festgefahrenem Denken öffnet dich die Sanduhr-Meditation für neue Möglichkeiten. Und wenn du zwischen Gegensätzen schwankst, bringen dich die schwarzen und weißen Vögel zurück in deine Mitte.

Wenn das Gleichgewicht immer wieder kippt

Wenn dich dieselben Situationen immer wieder aus der Balance werfen, liegt darunter meist ein altes Muster im Unterbewusstsein, das schneller reagiert, als der Beobachter schauen kann. Genau daran arbeite ich in meinen Sitzungen. Wenn du magst, lass uns kennenlernen.

Buche einen kostenlosen Kennenlerntermin: https://tidycal.com/sandragross/claritycall

 

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Über Sandra Gross

Dr. Sandra Veronika Gross ist Healing Practitioner für physische, emotionale und spirituelle Heilung, Resonance Repatterning Practitioner und Expertin für ganzheitliche Heilmethoden seit 2007. Sie unterstützt Menschen dabei, ihre innere Stärke zu entfalten, emotionalen Frieden zu erlangen und eine tiefgreifende Transformation zu erleben.

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