Hast du dich je gefragt, wie man mitten in allem ruhig bleibt? Spirituelle Lehrer sprechen viel von Gelassenheit, von innerem Frieden und davon, freudig zu sein, egal was geschieht. Aber wie kommt man dorthin? In diesem Artikel teile ich eine Perspektive, die sich in meinem Leben als wahr erwiesen hat.
M.B.A.: Mind, Body, Atma
Mein spiritueller Lehrer Sathya Sai Baba benutzte mit einem Augenzwinkern den Begriff M.B.A., Mind, Body, Atma, um uns daran zu erinnern, dass Verstand, Körper und Atma eine Einheit bilden. Atma ist das Sanskrit-Wort für das, was andere Traditionen Seele oder Höheres Selbst nennen.
Aus dieser Sicht lässt sich auch erklären, warum wir uns manchmal so unruhig fühlen: Wann immer du dich getrennt fühlst, negative Gefühle hast oder dein Verstand kreist, bist du gerade nicht mit deinem Höheren Selbst verbunden. Deine Persönlichkeit denkt dann Gedanken, die nicht im Einklang mit der weiteren Perspektive deines Höheren Selbst stehen, so beschreiben es auch Esther und Jerry Hicks in ihren Büchern über das Gesetz der Anziehung. Das negative Gefühl ist also kein Feind, sondern ein Hinweis: Hier denke ich gerade kleiner über mich und die Situation, als mein tieferes Wesen es tut.
Die Qualitäten deines Höheren Selbst
Dein Höheres Selbst ist immer in Frieden und glücklich. Es ist die höchste Weisheit in dir, es sieht das ganze Bild, und es will das Beste für dich und für alle. In den vedischen Schriften wird das Atma als der ewige Zeuge beschrieben, als der göttliche Funke in dir, unveränderlich und unzerstörbar, ohne Geburt und ohne Tod.
Viele Traditionen, östliche wie westliche, sagen im Kern dasselbe: Jeder Mensch trägt einen göttlichen Funken in sich, und ein Teil des menschlichen Spiels besteht darin, diese Herkunft zu vergessen, um die Welt umso tiefer zu erfahren. Die Sehnsucht nach Frieden, die du vielleicht kennst, ist genau die Erinnerung an diese Verbindung. Wie diese innere Ebene von verschiedenen Schichten umhüllt wird und wie du jede davon pflegen kannst, beschreibe ich in meinem Artikel über die fünf Koshas.
In meiner Erfahrung ist der direkteste Schlüssel zu Gelassenheit und Freude, dich mit deinem Höheren Selbst zu verbinden. Denn von der menschlichen Perspektive aus sehen wir nie das ganze Bild. Der göttliche Funke in uns aber schon.
Eine kleine Erinnerung dazu aus meinem eigenen Leben: Als ich einmal emotional aufgewühlt war, sagte mir jemand „Gott kommt zuerst“, und ich konnte es nicht verstehen, gefangen in der Dualität, „ich” hier, „Gott“ dort. Der Schlüssel kam, als ich das Wort ersetzte: Aus „Gott kommt zuerst“ wurde „mein innerer Frieden kommt zuerst“, und plötzlich ergab der Satz gerade im Aufgewühltsein tiefen Sinn. Vielleicht beginnt Frieden einfach damit, anzunehmen, dass man gerade aufgebracht ist. Und weil wir alle Spiegel füreinander sind, nützt es allen um dich herum, wenn du zur Ruhe kommst.
Wege zu innerem Frieden
Es gibt verschiedene Zugänge, je nachdem, was dir in einem Moment möglich ist:
- Sieh die Dinge, wie die Quelle sie sieht. Aus der Perspektive der Quelle ist alles vollkommen. Gott ist Liebe, also kann nichts in seiner Schöpfung etwas anderes sein als Liebe, dich eingeschlossen.
- Sprich mit deinem Höheren Selbst, das so viel mehr Informationen hat als deine Persönlichkeit. Stelle Fragen wie: Was kann ich aus dieser Situation lernen? Wo liegt hier eine Gelegenheit zu wachsen? Was würde Gott an meiner Stelle tun?
- Gib die Situation ab und bitte dein Höheres Selbst, durch dich zu denken, zu fühlen und zu handeln. Erinnere dich dabei: Das Höhere Selbst ist Teil von dir. Jede Eigenschaft, die das Atma beschreibt, beschreibt auch dich.
- Durchtränke deinen M.B.A. mit Liebe, wie Sai Baba es in seinen Ansprachen empfahl: Sorge für deinen Körper, tue Gutes, denke gute Gedanken, richte dich auf gute Gefühle aus und sei dein eigener Beobachter. Diese Integration von Verstand, Körper und Seele führt zu dem Gleichmut, den wir suchen.
Praktiken für die Verbindung mit deinem Höheren Selbst
- Visualisiere die Lösung mit starken positiven Gefühlen, im Wissen, dass du den göttlichen Funken in dir trägst und deine Wirklichkeit mitgestaltest. Wenn du die Lösung noch nicht kennst, bekräftige dankbar: „Danke, dass ich die Antwort kenne. Danke, danke, danke.“
- Setz dich 20 Minuten in Meditation, stelle deine Frage an Gott, die Quelle oder dein Höheres Selbst, bitte um eine Lösung und lass los. Entweder kommen die Einsichten schon während der Meditation, oder sie kommen später, manchmal beantwortet das Leben die Frage durch eine Situation.
- Sei der Zeuge. Du bist Atma, der Beobachter. Betrachte die Situation, mit der du unglücklich bist, wie ein unbeteiligter Zeuge. Ja, sie ist da, aber sie beeindruckt dich nicht.
- Wende deine Aufmerksamkeit ganz ab von dem, was dich stört, und hin zu allem, was dich glücklich macht und in den Fluss bringt. Das andere gleicht sich nach, denn es muss zu deiner Schwingung passen.
- Finde den Gedanken, der sich besser anfühlt, und folge ihm. Negative Gefühle zeigen den Unterschied zwischen der Schwingung deiner Persönlichkeit und der deines immer glücklichen Höheren Selbst an. Positive Gefühle zeigen dir, dass du gerade Gedanken denkst, die auch für dein Höheres Selbst wahr sind.
- Bete das Gebet, auf das Sir Isaac Tigrett immer wieder verweist, gern mehrmals am Tag: „Lieber Gott, bitte denke durch mich, bitte fühle durch mich, bitte handle durch mich, bitte atme durch mich, und bitte liebe durch mich. Danke, danke, danke.“
- Verbringe Zeit mit deinem Höheren Selbst, einfach aus Freude. In Gedanken während des Tages, in der Meditation oder in stillen Momenten allein. Geh einfach in dein Herz und spüre die Verbindung.
Die Verbindung vertiefen
Über die Rolle des Höheren Selbst bei Heilung und Entwicklung habe ich auch auf der Sanjeevini-Jahreskonferenz gesprochen, den Videoauszug findest du hier. Und was es bedeutet, dass derselbe Strom in allen Wesen fließt, liest du in meinem Artikel über das Einssein.
Vielleicht spürst du beim Lesen aber auch, dass alte Muster, Gedanken oder Gefühle dir den Zugang zu dieser inneren Ruhe immer wieder verstellen. Genau daran arbeite ich in meinen Sitzungen, damit der Weg zu deinem Höheren Selbst wieder frei wird.
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